Christian-Mayer Sternwarte Schriesheim

Arbeitsgemeinschaft Volkssternwarte Schriesheim e.V.

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Jenseits von Neptun

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In die eisige äußere Welt unseres Sonnensystems entführte uns am gestrigen Vortragsabend die Heidelberger Astronomin Dr. Monika Maintz.

Neptun ist einer der vier Gasriesen unseres Sonnensystems. In der dreißigfachen Entfernung der Erde von der Sonne zieht er seine Bahn. Er ist damit weiter entfernt als seine großen Geschwister Uranus, Saturn und Jupiter. Lange glaubte man, dass Neptun den äußeren Abschluss unseres Sonnensystems bildet, doch mit der Entdeckung Plutos im Jahre 1930 vergrößerte es sich noch mal deutlich: Pluto zieht in der vierzigfachen Entfernung Sonne-Erde seine Bahn.

Zumindest was die Planeten anbelangt, schien dann aber mit Pluto eine Grenze erreicht zu sein. Zu klären blieb noch die Herkunft der eisigen Vagabunden unseres Sonnensystems, der Kometen. Diese, gerne auch als schmutzige Schneebälle bezeichneten Himmelskörper, bewegen sich auf langgestreckten Ellipsenbahnen. Sie kommen aus den weiten Tiefen des Weltraums, um dann in Sonnennähe eine gewaltige leuchtende Koma zu bilden, nur um wieder in den Weiten zu verschwinden - falls sie nicht direkt in die Sonne stürzen. Astronomen wie Gerard Peter Kuiper postulierten ein Kometenreservoir jenseits der Neptunbahn, dem diese schmutzigen Schneebälle entstammen sollen. Der Kuipergürtel genannte Bereich soll demnach circa 100.000 Objekte beinhalten, mit Pluto mittendrin.

Ein Planet mitten in einer Umgebung vieler kleinerer Körper ist schon merkwürdig, doch Pluto war schon immer im wahrsten Sinne des Wortes ein Außenseiter unter den Planeten, da er so winzig ist und seine Umlaufbahn um die Sonne stärker von einer Kreisbahn abweicht, als bei Planeten üblich. Im Jahr 2005 wurde es dann aber richtig eng für Pluto, denn der äußere Bereich unseres Sonnensystems bekam Zuwachs. Mit der Entdeckung des Planeten Eris wuchs das Sonnensystem noch einmal um fast das siebzigfache der Entfernung Erde-Sonne.

Eris und Dysnomia

Dabei ist Eris gar nicht der einzige größere Körper jenseits des Neptuns, den die Astronomen entdeckten. Das Besondere an ihm ist jedoch, dass er etwas größer ist, als der Planet Pluto. Die Astronomen standen also vor einem Dilemma: Sollten sie Eris und alle weiteren neu entdeckten Objekte jenseits der Neptunbahn als Planeten bezeichnen, würde die Zahl der Planeten ins unüberschaubare anwachsen. Kein Kind könnte sie mehr auswendig lernen und da wir kaum eine Chance haben, alle mit unseren Raumsonden zu besuchen, wären die meisten von ihnen gesichtslose Unbekannte. So entschied sich die Internationale Astronomische Union im Jahre 2006 zu einer Planetendefinition, die so gestrickt wurde, dass Pluto, Eris und alle anderen Objekte jenseits der Neptunbahn aus der Planetenklasse herausfielen. Stattdessen werden sie nun als Zwergplaneten bezeichnet. Ausschlusskriterium ist dabei, dass diese Körper ihre Umlaufbahn nicht dominieren, der massenreiche Neptun hat hier das Sagen.

Wäre der Kuipergürtel der äußerste Bereich unseres Sonnensystems, würden alle Kometen mehr oder weniger in der Ebene zu finden sein, in der sich auch die Planeten bewegen, denn der Kuipergürtel liegt auf dieser sogenannten Ebene der Ekliptik. Kometen kommen aber aus allen Richtungen des Himmels und so liegt es nahe ein weiteres Kometenreservoir zu postulieren, das unser Sonnensystem kugelförmig umgibt - wie eine hohle Hand ein glimmende Zigarette umschliest. Diese nach Jan Hendrik Oort benannte Oort'sche Wolke markiert die Grenze unseres Sonnensystems, wobei ihre Ausdehnung so gewaltig ist, dass sie vorbeiziehende Sterne zu "spüren" bekommen kann. Mit einem beeindruckenden Bild der riesigen Ausdehnung des Sonnensystems endete der Vortrag von Monika Maintz. Da aber gerade in diesem Bereich die Astronomie sehr dynamisch ist, werden wir im Wissenschaftszentrum Schriesheim bestimmt mal wieder von den eisigen äußeren Bereichen unseres Heimatplanetensystems zu hören bekommen.

Oortsche Wolke


 

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