Christian-Mayer Sternwarte Schriesheim

Arbeitsgemeinschaft Volkssternwarte Schriesheim e.V.

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Die Sonne beobachten

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Schaut man heute aus dem Fenster, glaubt man kaum, wie schön das verlängerte Wochenende der letzten beiden Tage war. Diese nette kleine Aufnahme erinnert an die besseren Zeiten von gestern und zeigt, wie gut man es im Wissenschaftszentrum Rhein-Neckar aushalten kaHerbststimmungnn.
Die Sonne ist nicht nur gut fürs Gemüt, sie ist auch ein dankbares Beobachtungsobjekt. Man kann sie zu vernünftigen Zeiten beobachten, wobei sie keine allzu hohen Anforderungen an die Technik und den Beobachter stellt. Dabei ist die Sonne durchaus ein dynamischer Ort. In dem  mit einem Rolldach ausgerüsteten Teleskopbau Nr. 5 verfügt das Wissenschaftszentrum über einen schnuckligen Refraktor, also ein Linsenteleskop mit fünfzehn Zentimeter Öffnung. Diese Öffnung kann mit einem Sonnenfilter ausgerüstet werden. Dabei handelt es sich um einen Spezialfilter, der über 99% des einfallenden Lichts blockiert. Wer ohne solch einen im Astronomiefachhandel beziehbaren Filter die Sonne beobachtet kann das genau zwei mal machen, dann ist das Augenlicht verloren. Daher gilt die Regel: Schauen Sie nie ohne spezielle Ausrüstung direkt in die Sonne!

Mit dem Sonnenfilter wird die Sonne im so genannten Weißlicht beobachtet. Wir sehen also direkt die Photosphäre und haben es dabei auf die Sonnenflecken abgesehen.

Eine Alternative bietet das am Teleskop anmontierte Personal Solar Telescope der Firma Coronado. Es zeigt die Sonne im Lichte der H-Alpha-Spektrallinie bei 656 Nanometer Wellenlänge. Dadurch werden insbesondere Protuberanzen am Sonnenrand sichtbar. Hier im Bild ist das Coronado nicht zu sehen, da es auf der anderen Seite des Teleskops angebracht ist, wo man es mit der Leiter erreichen kann. Teleskopbau 5
Dafür ist ganz oben der angeschraubte Sonnenfilter gut zu erkennen.

Links in der Ecke steht ein Computer mit dem das Teleskop angesteuert werden kann. Rechts neben der Teleskopsäule befindet sich ein Laptop. Dieses Laptop steuert eine Kamera des Herstellers Omigon. Dabei handelt es sich um eine schlichte und billige Webcam, die für Astronomiezwecke dem Okularauszug des Teleskops angepasst wurde. Auf dem Laptop wird so ein Videostream sichtbar, der Sonnenflecken zeigt, sofern vorhanden.
Dieser Videostream besteht aus unzähligen einzelnen Bildern. Mit spezieller, aber kostenloser Software wie Giotto oder Registax können diese Videobilder zu einem einzigen Bild kombiniert werden.
SF1120
Bei dem Beispiel hier handelt es sich um 113 kombinierte Einzelbilder. Die Aufnahme vom 1. November zeigt den Sonnenfleck Nr. 1120 der gerade "um die Ecke kommt", also im Laufe der Sonnenrotation immer besser sichtbar sein wird.
Das Bild gibt die Ansicht im Teleskop wieder. Für das Linsenteleskop bedeutet dies, dass das Bild seitenverkehrt ist und auf den Kopf steht. Statt auf circa 4 Uhr steht der Fleck also auf circa 10 Uhr.

Sonnenflecken sind übrigens nicht wirklich dunkel. Es sind Stellen auf der Sonne, die geringfügig kühler sind, als der Rest der Photosphäre. Im Kontrast zu ihrer grellen Umgebung erscheinen sie dann als schwarze Flecken (Umbra) umgeben von einem etwas helleren Hof (Penumbra). Ursache für die lokale "Abkühlung" der Photosphäre ist das Magnetfeld der Sonne, das an der Stelle der Flecken die Photosphäre durchstößt. Die Anwesenheit des starken Magnetfeldes behindert ein Nachströmen von heißen Plasma aus den Sonneninneren.
Warm genug war es am Wochenende trotzdem.

 

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