Christian-Mayer Sternwarte Schriesheim

Arbeitsgemeinschaft Volkssternwarte Schriesheim e.V.

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Das Ende der Nacht

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Ende der NachtSeit dem 22.12. werden die Tage wieder länger, doch das ist mit dieser Überschrift nicht gemeint. Hier soll auf das Problem der Lichtverschmutzung hingewiesen werden. Lichtverschmutzung ist ein komisches Wort, denn das Licht wird ja nicht verschmutzt. Besser wäre vielleicht "Lichtsmog". Gemeint ist damit jedenfalls die Tendenz der modernen Welt, den natürlichen Hell-Dunkel-Rythmus zu ignorieren. Die Nacht wird zum Tag gemacht und die Gesellschaft läuft im 24-Stunden-Modus: Rund um die Uhr shoppen, arbeiten und feiern.

Dies bekommt Mensch und Natur gleichermaßen schlecht. Wer sich umfassend zum Thema informieren will, kann dies anhand der Lektüre des Buches "Das Ende der Nacht - Die globale Lichtverschmutzung und ihre Folgen", erschienen in Weinheim bei Wiley-VCH, tun. Bei der Lektüre wird auch klar, dass es sich beim Thema Lichtverschmutzung nicht um eine weitere Ökospinnerei handelt. Zum einen ist die Kritik an der Illumination der Städte so alt, wie die Straßenlaterne selbst und zum anderen haben wir es seit dem Wirtschaftswunder mit einem enormen Wachstum an öffentlichem Licht zu tun. Auch war es früher durchaus üblich, die Straßenbeleuchtung in Vollmondnächten und in der zweiten Nachthälfte auszuschalten - undenkbar heutzutage.

Naturgemäß reagieren die Astronomen besonders empfindlich auf Lichtverschmutzung. So beschwerte sich bereits im Jahre 1924 der Astronom Johann Palisa von der Universitätssternwarte Wien, dass sein modernes Observatorium aufgrund der wachsenden Beleuchtung der Donaumetropole nicht das zu leisten vermag, was in der kleinen Neckarstadt Heidelberg gelingt: "Nun wird jedermann begreifen, wie sehr die Arbeitsfreudigkeit herabgestimmt wird, wenn er [der Astronom] sieht, daß der fünfmal mehr Sternlicht auffangende 27-Zöller nicht das zu leisten imstande ist, was der 12-Zöller in Heidelberg leistet." Damals war Heidelberg - und natürlich auch Mannheim -  noch nicht die Lichtdreckschleuder von heute. In der Vereinigung der Sternfreunde e.V. nimmt sich die Fachgruppe Dark Sky dem vielschichtigen Thema an. Die Fachgruppe betreibt die sehr informative Webseite Lichtverschmutzung.

Johann Palisa konnte die Aufhellung des Nachthimmels nur von unten anschauen. Dank Satelliten registrieren wir heute das nach oben abgegebene, bzw. gestreute Licht direkt. Aus diesen Daten lassen sich Atlanten der Lichtverschmutzung generieren, zum Beispiel der Atlas des Astronomen Pierantonio Cinzano unter lightpollution.it

Dazu nun zwei Aufnahmen Schriesheim betreffend. Die genaueren Details dazu stehen unter einer Unterseite von lightpollution.it: Maps of the total night sky brightness Wenn Sie auf dieser Seite ganz runter scrollen, sehen Sie auch eine Legende für den Farbcode.


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