Christian-Mayer Sternwarte Schriesheim

Arbeitsgemeinschaft Volkssternwarte Schriesheim e.V.

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Perspektiven der Sonne

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SDO-AIA 7.10.10Seit Anfang 2010 zeigt unser Zentralgestirn wieder ab und zu, was in ihm steckt. Gerade rechtzeitig startete der neue Sonnensatellit der NASA, das Solar Dynamics Observatory, SDO. Er hat die Sonne rund um die Uhr im Blick, außer zu Zeiten alle halbe Jahr, wenn sich der Mond mehrfach für kurze Zeit durch die Sichtlinie schiebt, wie hier am 7. Oktober.

So eine partielle Finsternis mobilisierte auch die meisten der europäischen Amateurastronomen am 4. Januar. Leider trübten Nebel und Wolken vielerorts die Sicht, sodass sich wohl viele wünschten, in der glücklichen Lage eines Weltraumteleskops zu sein. Oder zumindest an einer der Sternwarten mit mehr als 350 klaren Tagen und Nächten im Jahr.

Die glücklichen unter den Beobachtern sahen die Sonne „gehörnt“ aufgehen, beobachteten die maximale Bedeckung nach 9.30 Uhr und ihr Ende eine gute Stunde später.

SDO-AIASelbst bei freier Sicht enthüllen jedoch nur Spezialinstrumente in der Erdumlaufbahn das turbulente Geschehen in der Sonnenatmosphäre – denn am meisten tut sich nicht bei sichtbaren Wellenlängen, sondern im extremen Ultraviolett (EUV). Genau darauf ist SDO spezialisiert. So gelang es ihm auch erstmals mit Unterstützung des japanischen Satelliten Hinode und dem schwedischen Sonnenteleskop auf La Palma zu ziegen, dass die so genannten Spikulen das dünne Gas der Korona auf mehrere Millionen Grad erhitzen. Welcher physikalische Prozess genau dafür verantwortlich ist, müssen theoretische Arbeiten noch klären.

Mit Beobachtungen von SDO konnten auch Ergebnisse erzielt werden, die künftig die Vorhersagen von Weltraumwetter verbessern. Dies ist von großer Bedeutung für die irdische Infrastruktur, da massive Sonnenstürme durch ihre elektrisch geladenen Teilchen enormen Schaden anrichten können.

Mehr darüber erfahren Sie im Vortrag am Freitag, 14. Januar um 19.30 Uhr.

Comet SOHO-2000Der NASA-ESA-Satellit SOHO (Solar and Heliospheric Observatory) dient, genau wie SDO, eigentlich der Erforschung der Sonne. Doch schon seit langem nutzen Freiwillige die verfügbaren Bilder im Internet, um darauf nach Kometen zu suchen, die nahe an unserem Zentralgestirn vorbeifliegen oder hinein stürzen. In den ersten zehn Jahren von SOHO fanden die Amateurastronomen so eintausend solcher Sungrazer, in den letzten fünf Jahren hat sich die Rate verdoppelt. Dies liegt zum einen daran, dass die Anzahl der Citizen Scientists zugenommen hat, zum anderen aber auch an der Zunahme der „schmutzigen Schneebälle“. So konnte der polnische Astronomiestudent Michal Kusiak am 26. Dezember – 15 Jahre und ein Tag nach dem Start von SOHO – nicht nur den 1999sten, sondern auch den 2000sten entdecken. Damit gehen schon mehr als hundert Funde auf sein Konto.

An solche Bilder heran zu kommen, ist künftig noch einfacher: ESA und NASA stellen die Aufnahmen online unter helioviewer.org zur Verfügung, sowie ein Stand-alone-Java-Programm zum Download, den JHelioviewer.


 

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